Das sind die Gewinner des Ganderkeseer Schüler-Kunstpreises 2019

von Vincent Buß

Ganderkesee. Der achte Schüler-Kunstpreis ist in Ganderkesee vergeben worden. Das sind die Gewinner und ihre Werke.

In diesem Jahr hatten es die Teilnehmer nicht leicht. Anspruchsvoll sei das Motto gewesen, fand Kulturmanagerin Wiebke Steinmetz. Sie ehrte gemeinsam mit Angelika Schulte Strathaus, Vorsitzende des Freundeskreises Kulturhaus Müller, am Freitagabend, 22. Juni, im Kulturhaus Müller die Gewinner des Ganderkeseer Schüler-Kunstpreises. „Das bin ich!“ – so lautete das Motto. Steinmetz überlegte laut:

„Wer weiß schon genau, wer er ist? Und was ist überhaupt gemeint?“

Sichtbares, Gefühltes, Wünsche? Am einfachsten wäre es wohl gewesen, wenn sich jeder Teilnehmer einfach selbst fotografiert hätte, überlegte Steinmetz laut. Aber das war nicht der Fall: Zeichnungen, Malereien, Collagen, Skulpturen und Foto-Verfremdungen waren dabei. „Alle waren sehr kreativ“, sagte die Kulturmanagerin.

So viele Einsendungen gab es

Insgesamt waren 57 Arbeiten eingereicht worden, alleine oder in Gruppen. Mitmachen konnten Kinder und Jugendliche aller Ganderkeseer Schulen. Besonders rege Teilnahme herrschte bei den Grundschülern: Die Einrichtungen an der Langen Straße, Dürer Straße, in Habbrügge und Bookholzberg machten mit. Angeschrieben wurden alle Schulen im März. Ab dann hatten die Kinder und Jugendlichen Zeit, im Kunstunterricht ihre Arbeiten anzufertigen. Abgabe war eine Woche vor der Siegerehrung.

Im Kulturhaus Müller ausgestellt wurden 42 Kunstwerke; Mehr Platz gab es laut Steinmetz leider nicht. „Und man muss sich klarmachen, dass es ein Wettbewerb ist“, erklärte sie. Es gelte, die besten Arbeiten zu finden – was in der Kunst besonders schwierig sei.

Die Bewertungskriterien

Was die Kriterien waren, erklärte Petra Holzapfel-Sperling, die als Mitglied des Freundeskreises Kulturhaus Müller in der Jury saß. „Was bringt das Bild mit?“, das sei die wichtigste Frage. Also Inhalt und Emotionen. Es gehe nicht darum, ein originalgetreues Abbild von sich selbst zu schaffen. Stattdessen sollte die Persönlichkeit des Nachwuchskünstlers erkennbar sein. Steinmetz ergänzte, dass Arbeiten geehrt wurden, die für das jeweilige Alter überdurchschnittlich seien. Bis darauf, dass das Kunstwerk zum Motto passen sollte, hatten die Schüler im Schaffensprozess freie Bahn.

Das sind die Gewinner

Unter den Grundschülern (diesen Teil finden Sie im Originalartikel auf der Seite des DK; Link unten)

In der Mittelstufe

3. Platz: Elisa Hinrichs, Gymnasium Ganderkesee (7a)

Foto: Vincent Buß

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Der Jury fiel die dargestellte Nachdenklichkeit besonders ins Auge.

2. Platz: Madeline Kizil mit „See Me“, Gymnasium Ganderkesee (8m)

Foto: Vincent Buß

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Dass das Gesicht schwarz-weiß ist, der Rest jedoch in Farbe, erweckte Aufmerksamkeit. „Die Blumen stehen für Charaktereigenschaften“, erklärte die Preisträgerin. „Es geht ums Innere statt ums Äußere.“

1. Platz: Lilian Maskow mit „The Me In Another Person“, Gymnasium Ganderkesee (10a)

Foto: Vincent Buß

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Tief beeindruckt zeigte sich Steinmetz, dass eine 15-Jährige so ein Bild erschaffe.

Gruppenpreis: Serhat Avci, Ole Tjark Decker, Niklas Heeren, Fabian Liese, Nicola Rigbers, Merlin Schulz, Katenkamp-Schule:

Foto: Vincent Buß

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Alle Teilnehmer der Katenkamp-Schule benutzten das gleiche Material. Besonders spannend fand Steinmetz, dass Spiegel aufgeklebt wurden.

In der Oberstufe

1. Platz: Romina Proetzel mit „Mensch“, Gymnasium Ganderkesee (Jahrgang 12):

Foto: Vincent Buß

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Weil es nur wenige Einsendungen von Oberstufenschülern gab, wurde nur ein Preis vergeben. Dieser ging an ein Werk, das ein Gesicht zeigt: zur Hälfte Mann und zur Hälfte Frau. „Es passt zur Gender-Diskussion“, befand Steinmetz.

Skulpturenpreis: (von links) Viola Kleefeldt mit „Summerfeelings“, Lene Albrecht mit „Die Strandträumende“, Leni Rais mit „Entspannung pur“, Gymnasium Ganderkesee (7c):

Foto: Vincent Buß

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Die Jury lobte die Arbeit aus Ton. Oft werde nämlich gedacht, dass das ein Material von früher sei, erklärte Steinmetz.

Sonderpreis Curanexx: Alina Beckmann mit „Eine Reihe an Erwartungen“, Gymnasium Ganderkesee (Absolventin 2018):

Foto: Vincent Buß

Foto: Vincent Buß

Die Trägerin des Sonderpreises ist zwar keine Schülerin mehr. „Aber ihre Werke waren so gut, dass sie mitmachen durfte“, erklärte Steinmetz. Zusätzlich reichte die Ausgezeichnete einen Text ein. „Eine sehr reflektierte Arbeit“, so die Kulturmanagerin.

Als Preise gab es für die Einzelsieger Künstlermaterial wie Leinwände und für die Gruppen Geld für gemeinschaftliche Aktivitäten. Allen, die keinen Preis bekamen, machte Steinmetz Mut: Es werde eine neunte Ausgabe des Wettbewerbs geben. Das Motto stehe allerdings noch nicht fest.

AUSSTELLUNG DER KUNSTWERKE

Die ausgestellten Kunstwerke sind noch bis Sonntag, 14. Juli, im Kulturhaus Müller zu sehen. Vorbeikommen können Besucher Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags von 9 bis 12 Uhr und Sonntags von 11 bis 17 Uhr. Am Sonntag, 23. Juni, ist die Ausstellung jedoch geschlossen.

Quelle: Delmenhorster Kreisblatt (22.06.2019)