Vor dem Volkstrauertag

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Ganderkeseer Schüler diskutieren gegen das Vergessen

Werner Fleischer(rechts) sprach mit den Schülern über die Entstehung von Kriegen. Foto: Andreas Satzkevon Andreas Satzke

Ganderkesee. Der Volkstrauertag wird am Sonntag begangen. Bereits vorab gab es eine Schulveranstaltung im Gymnasium dazu. Im Rathaus ist eine Gedenkveranstaltung geplant.

Zum Volkstrauertag am Sonntag sind in der Gemeinde Ganderkesee zahlreiche Kranzniederlegungen und Gedenkveranstaltungen geplant. Bereits im Vorfeld haben sich Zehntklässler des Gymnasiums mit ihrem Geschichtslehrer Carsten Hartmann mit dem Thema und der heutigen Bedeutung befasst. Dazu war Werner Fleischer vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge vor Ort, um mit den Schülern über den Volkstrauertag und die Bedeutung zu sprechen.

Frieden ist keine Selbstverständlichkeit

„Ich finde es wichtig, dass jeder weiß, wofür dieser Tag steht und dass der hier herrschende Frieden keine Selbstverständlichkeit ist“, sagte Fleischer. „Was unterscheidet Aleppo von Dresden am Ende des zweiten Weltkriegs?“, fragte er in die Runde und gab dann selbst die Antwort: „Lediglich die Zeit.“ Krieg sei noch immer allgegenwärtig, auch wenn er nicht direkt vor Ort passiere. Fleischer setzte bewusst darauf, mit den Schülern ins Gespräch zu kommen und führte sie dazu, zu ergründen wie Kriege entstehen.

Kompromisse können Konflikte verhindern

Dazu sollten die Zehntklässler selbst herausfinden, wie Konflikte schon im Kleinen entstehen können. „Kompromisse sind die Kunst des Machbaren“, meinte Fleischer und wollte damit aufzeigen, dass im Dialog oft eine Lösung entstehen kann, die für alle zufriedenstellend ist. „Es ist wichtig, dass jede Meinung respektiert wird, damit sich jeder verstanden fühlt, denn Gewalt kann niemals Argumente ersetzen“, sagte Fleischer. Dies bekräftigte Schüler Marcel:„Oft wird die eigene Meinung ja auch erst im Dialog deutlich und man kann einen Konflikt vermeiden.“

Vor allem die Bereitschaft zum Dialog der Länder sei wichtig, einigten sich Fleischer und die Schüler. Vor einigen Jahrzehnten sei eine Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich beispielsweise nicht vorstellbar gewesen. „Ihr müsst aber auch im Kleinen darauf achten, dass eure Interessen vertreten werden, letztlich kann jeder mitwirken“, rief Fleischer die Schüler zum aktiven Gestalten auf.

Fehler von früher dürfen nicht wiederholt werden

„Wichtig ist, dass wir nie wieder solche Fehler wie früher machen“, sagte Schüler Lennard auf die Frage, was aus dem Volkstrauertag zu lernen sei. Es müsse verhindert werden, dass erneut ein Alleinherrscher an die Macht komme. Die Schüler warfen ein, dass es immer schwieriger nachvollziehbar sei, welche Entscheidungen zu Kriegen, wie dem in Syrien führen. „Ich finde es trotzdem wichtig, dass ihr auch die aktuellen Kriege thematisiert“, meinte Fleischer.

Abschaffung der Wehrpflicht entfernt von Bundeswehr

Der Krieg sei nicht nur geografisch weit weg, so Fleischers Meinung. „Dadurch, dass es keine Wehrpflicht mehr gibt, ist der Bezug zur Bundeswehr auch gesunken“, sagte Fleischer. Auf die Frage, welcher der Schüler sich vorstellen könne freiwillig zur Bundeswehr zu gehen, erhob keiner der Zehntklässler die Hand. „Letztlich ist es auch ein Verdienst der Bundeswehr, dass bei uns Frieden herrschen kann“, erklärte Werner Fleischer.

Veranstaltung im Rathaus beginnt um 11.15 Uhr

Im Ganderkeseer Rathaus wird am Sonntag eine Gedenkveranstaltung stattfinden. Ab 11.15 Uhr sind Interessenten im großen Sitzungssaal willkommen. Für die musikalische Begleitung sorgt der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Ganderkesee. Die Begrüßung erfolgt durch die Bürgermeisterin Alice Gerken. Die Rede hält der Gemeinde Brandmeister Horst-Dieter Meyer. Im Anschluss geht es zum Ehrenmal, wo eine Kranzniederlegung folgt und dann weiter zur St.-Cyprian- und Cornelius-Kirche, wo eine weitere Kranzniederlegung geplant ist. – Vor dem Volkstrauertag: Ganderkeseer Schüler diskutieren gegen das Vergessen | noz.de - Lesen Sie mehr auf: http://www.noz.de/lokales-dk/ganderkesee/artikel/803403/ganderkeseer-schueler-diskutieren-gegen-das-vergessen

Quelle: Delmenhorster Kreisblatt (10.11.2016)