Gymnasium Ganderkesee

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Begabtenförderung

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Begabtenförderung

Ganderkesee

Zielvorstellungen

Kinder und Jugendliche mit besonderer Begabung haben es aufgrund ihrer Veranlagung einerseits leichter, die schulischen Anforderungen zu erfüllen, andererseits besteht die Gefahr, dass sie zu wenig gefordert und gefördert werden. Ziel des Netzwerkes Begabtenförderung in Ganderkesee ist es daher, diese Kinder und ihre Eltern so zu unterstützen, dass sie Beratung und Förderung erhalten, die auf ihre besondere Situation ausgerichtet ist.

Für die beteiligten Schulen geht es darum, spezifische Angebote zu entwickeln, in denen die intellektuelle Leistungsfähigkeit dieser Kinder herausgefordert wird.

Schulisches Lernen ist immer auch Lernen im sozialen Zusammenhang. Gerade in der Pubertät fällt es manchmal jedoch schwer, besondere Leistungen zu zeigen. Daher gehört auch ein sensibler Umgang mit Minderleistung zur Begabtenförderung.

Beteiligte Schulen

Der Gründung des Netzwerkes liegt der Gedanke zugrunde, dass grundsätzlich an allen Schulen Begabungsförderung betrieben wird. Dementsprechend erfolgt die Zusammenarbeit fallbezogen mit allen Schulen in der Region.

Federführend für die Entwicklung der Zusammenarbeit und der schulübergreifenden Angebote sind die Grundschule Lange Straße in Ganderkesee, die Grundschule Schierbrok und das Gymnasium Ganderkesee, die gemeinsam den vom niedersächsischen Kooperationsverbund Hochbegabtenförderung Oldenburg-Land bilden.

Zu Beginn eines jeden Schuljahres wird ein Jahresplan für die Begabtenförderung entwickelt. Die Steuergruppe trifft sich mindestens dreimal im Jahr zur Evaluation und Koordination der Zusammenarbeit. Ansprechpartnerin des Kooperationsverbunds ist Frau Geeske Göhler-Marks vom Gymnasium Ganderkesee.

Wer wird gefördert?

Jule, 9, schreibt komplizierte Erzählungen über das Leben in einem Fabelland, sie ist in allen Fächern eine gute Schülerin.

Ist sie hochbegabt? Braucht sie Förderung?

Matthis, 14, interessiert sich im Moment nicht für Schule, nur die Mathematikaufgaben, die kriegt er trotzdem gut hin.

Ist er hochbegabt? Macht eine Förderung Sinn?

Hochbegabung wird definiert über den Intelligenzquotienten; die Begabung kann sich auch auf Teilbereiche wie z.B. Sprache oder Mathematik beziehen.

Daneben gibt es Kriterien, die eine besondere Begabung vermuten lassen, wie z.B. eine besonders schnelle Bearbeitungsgeschwindigkeit, eine hohe Komplexität des Denkens und eine Vorliebe für intellektuell strukturierende Tätigkeiten. Dennoch bleibt bei Kindern eine große Unsicherheit, inwieweit sich frühe Hinweise auf eine besondere Begabung bestätigen.

Der Schwerpunkt der schulischen Förderung kann daher nicht auf der Diagnostik als Zulassungskriterium für besondere Angebote liegen, sondern muss darauf zielen, über ein attraktives Angebot Kinder und Jugendliche zu besonderen Leistungen zu führen.

Dabei wird sich im Einzelfall nicht klar trennen lassen, ob es sich eher um eine besondere Begabung oder eher um ein besonderes Engagement handelt. Umso wichtiger ist es, gezielt Kinder anzusprechen, die ihre Grenzen austesten und gemeinsam mit ähnlich Strukturierten zusammenarbeiten möchten.

Da in vielen Fällen vor allem Mädchen als besonders begabt wahrgenommen werden, muss ein besonderes Augenmerk auf den Jungen liegen.

Förderpläne (Übergänge)

Besondere Begabungen können in allen Altersstufen sichtbar werden; ebenso können sie allerdings auch verborgen sein.

Daher ist es wichtig, dass entsprechende Informationen zwischen den verschiedenen Schulen und Lehrkräften weitergegeben werden.

Für den Übergang zwischen den verschiedenen Schulformen wurde daher ein eigenständiger Informationsaustausch verabredet, der auch die Rückmeldung an die Grundschulen beinhaltet.

Differenzierung im Unterricht

Kinder und Jugendliche mit besonderer Begabung sind in einem Unterricht, der sich an einem mittleren Anforderungsniveau orientiert, häufig unterfordert. Daher ist es wichtig, ihnen über differenzierende Aufgabenstellungen Erfolgserlebnisse zu vermitteln – denn in der eigenen Wahrnehmung ist man dann besonders erfolgreich, wenn man Aufgaben schafft, die ein wenig über dem bisherigen Niveau liegen.

Solche Aufgaben können sowohl ergänzend zum regulären Unterricht sein als auch in andere Felder führen. Ein „Vorgriff“ auf Themen höherer Jahrgänge kann zu einer weiteren Öffnung der Schere im Leistungsniveau der Lerngruppe führen. Dennoch werden im Einzelfall die Teilnahme am Unterricht in einem höheren Jahrgang und ggf. auch ein Überspringen der Jahrgangsstufe ermöglicht.

Bei aller Konzentration auf die Stärken besonders begabter Kinder darf nicht vergessen werden, dass Grundlagen in Bezug auf das Arbeitsverhalten früh gelegt werden müssen: Dazu gehört z.B. eine saubere Mappenführung, aber auch ein planmäßiges und diszipliniertes Herangehen an komplexe Aufgabenstellungen.

Unterrichtsübergreifende Angebote

So wichtig es ist, dass Kinder mit besonderen Begabungen in einer „normalen Klasse“ zurecht kommen, so wichtig ist es auch, Möglichkeiten zu schaffen, in denen sie ihre besonderen Fähigkeiten entfalten können.

Das können themenbezogene Angebote sein, die im Nachmittagsbereich wahrgenommen werden, aber auch Kurse, die parallel zum regulären Unterricht stattfinden: Dann liegt die besondere Herausforderung darin, in einer Kleingruppe auf einem erhöhten Niveau zu arbeiten und gleichzeitig den versäumten Unterricht nachzuholen.

Ähnlich erfolgversprechend ist auch die Förderung des selbstständigen Arbeitens, da hier durch die Themenstellung eine Vertiefung möglich und sinnvoll ist. Auch Wettbewerbe können eine solche Funktion erfüllen.

In zunehmendem Maße ist zudem die Teilnahme an einer Ferienakademie  interessant. Diese Angebote werden vom Land Niedersachsen ausgerichtet und finden zumeist im Oktober statt.

Für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe gibt es die Möglichkeit des Frühstudiums, das den Betroffenen neue Perspektiven eröffnen kann. Auch die Deutsche Schülerakademie, die in  den Sommerferien stattfindet, wird sehr gut angenommen.

Besondere Veranstaltungen

Neben den verschiedenen Wettbewerben, die an allen Schulen durchgeführt werden, hat sich in den letzten Jahren die „Science Fair“, eine Wissenschaftsmesse, bewährt: Hier bearbeiten die Kinder und Jugendlichen eigene Forscherfragen und dokumentieren ihre Ergebnisse.  Am Tag der Präsentation werden die Projekte einer Jury vorgestellt und die besten Ergebnisse prämiert. An der Science Fair nehmen auch die Grundschulen des Netzwerkes teil.

Beratung

Erste Ansprechpartner in Hinblick auf besondere Begabung sind immer die zuständigen Schulen. Für den Grundschulbereich sind dies Frau Karin Rohde von der Grundschule Schierbrok und Frau Rita Wieneke von der Grundschule Lange Straße in Ganderkesee.  Für das Gymnasium  Ganderkesee ist Frau Geeske Göhler-Marks beratend tätig.

Nicht nur Eltern von besonders begabten Kindern können sich an den Kooperationsverbund wenden, auch für Lehrkräfte anderer Schulen gibt es die Möglichkeit, z.B. Differenzierungsmaterial oder Fortbildungswünsche vorzubringen.