Fragen zur Kommunikation zwischen Elternhaus und Lehrkräften

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1.Wann darf ich eine Lehrkraft anrufen?

Viele Lehrkräfte haben mit „ihren“ Eltern Zeiten für Telefonate verabredet. Darüber hinaus empfiehlt es sich, sich per Mail oder über das gelbe Heft zu einem Telefonat zu verabreden. Denn es redet sich immer besser, wenn beide Seiten ungestört und ohne Belastung durch Alltagsaufgaben (andere, „nebenbei zu erledigende Dinge“ wie z.B. Essen kochen) sprechen können.

2. Kann man auch außerhalb des Elternsprechtages ein persönliches Gespräch mit einer Lehrkraft führen?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass in den meisten Fällen eine Mail oder ein Telefonat ausreicht. Manchmal ist allerdings ein persönlicher Kontakt hilfreich. Die Verabredung kann per Mail oder über das gelbe Heft erfolgen. Wie schnell dann tatsächlich der Gesprächstermin zustande kommt, hängt auch von den von Ihnen gesetzten Rahmenbedingungen ab: Je mehr Zeiträume möglich sind, desto einfacher kann ein Termin gefunden werden. Da der Gesprächswunsch i.d.R. auf aktuellen Schwierigkeiten beruht, sollte der Gesprächstermin innerhalb von 2 Wochen zustande kommen.

3. Habe ich ein Anrecht auf einen Gesprächstermin beim Elternsprechtag?

Der Elternsprechtag ist auf ein Raster von 10 Minuten ausgelegt, um möglichst vielen Eltern Termine anbieten zu können. Selbst wenn man außer Acht lässt, dass für einzelne Gespräche mehr Zeit eingeplant werden muss und für die Lehrkraft eine kleine Pause zwischendurch möglich sein muss, können nicht alle Eltern Gesprächstermine bekommen. Daher ist es übliche Praxis, dass Eltern Vorrang haben, bei deren Kindern besondere Probleme gesehen werden. Selbstverständlich können Gesprächstermine außerhalb des Sprechtages vereinbart werden.

4. Was machen Eltern, die mit einer Lehrkraft nicht klar kommen?

Das Schulgesetz verpflichtet Schule und Elternhaus zur Zusammenarbeit zum Wohle des Kindes. Dass dies nicht immer gleich gut klappt, ist eine Binsenweisheit. Umso wichtiger ist das direkte Gespräch! Nur dann lässt sich die Sachlage erfassen, unglückliche Formulierungen können geklärt, Absprachen zur zukünftigen Zusammenarbeit getroffen werden. Erst wenn eine direkte Klärung nicht möglich ist, greift das schulische Beschwerdekonzept, das Sie auf unserer Homepage finden. Eine andere Form der Klärung, bei der die Klassenelternschaft einbezogen wird, finden Sie im Abschnitt „Elternvertretung“ ebenfalls auf unserer Homepage. Was gar nicht hilft, ist ein Ausbreiten des Unmutes im Hintergrund, ohne dass die Sache mit den direkt Betroffenen geklärt wird – dann werden Probleme sogar aufgeschaukelt!

5. Macht es Sinn, wenn ich mit der Klassenlehrkraft über Probleme spreche, die gar nicht in ihrem Unterricht sichtbar sind?

Ja, denn die Klassenlehrkraft ist die Person, bei der die verschiedenen Informationen zusammenlaufen. Zudem kann es Probleme geben, die im Unterricht nicht sichtbar sind, aber in den Pausen umso mehr das Wohlbefinden eines Kindes beeinträchtigen. Die Klassenlehrkraft kennt die einzelnen Schülerinnen und Schüler und ihr Verhalten in der Gruppe – gemeinsam mit den Eltern kann sie Maßnahmen ergreifen.

6. Bin ich verpflichtet, Klassenlehrkräfte über familiäre Probleme zu informieren?

Ja, wenn die private Situation Auswirkungen auf das schulische Verhalten eines Kindes hat. Denn nur, wenn Lehrkräfte informiert sind, können sie z.B. entscheiden, wie sie am besten reagieren. Selbstverständlich wird eine vertrauliche Information/werden vertrauliche Informationen vertraulich behandelt. Es gibt aber auch ein zu viel an Information: Lehrkräfte sind nicht als Ansprechpartner für alle privaten und Familienprobleme in Anspruch zu nehmen!

7. Habe ich ein Recht darauf, bei Konferenzentscheidungen über mein Kind (z.B. zum Nachteilsausgleich) über die Entscheidungsgründe informiert zu werden?

Ja, denn aus der gemeinsamen Verantwortung folgt eine Verpflichtung zur Transparenz. In der Konferenz wird durch den Ausschluss der betroffenen Eltern bei der Besprechung ihres Kindes der Diskussionsprozess entlastet, die Entscheidung und deren Gründe werden aber mitgeteilt.

8. Was erwartet die Schule von mir als Elternvertreter?

Die enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus kann nicht nur durch Einzelgespräche erfolgen, auch die gewählten Elternvertreter sind wichtig: Sie bringen die Elternsicht in Gespräche mit den Lehrkräften ein, z.B. zu Problemen in der Klasse, zu geplanten Aktivitäten. Zudem laden sie – wie im Schulgesetz vorgesehen – zweimal im Jahr zum Elternabend ein.

9. Haben Eltern ein „Recht“ auf einen Elternabend mit der Anwesenheit von Lehrkräften?

Ja, denn die Erziehungsberechtigten sollen über Grundsätze der schulischen Erziehung und über Inhalt, Planung und Gestaltung des Unterrichts informiert werden, diese sind ggf. mit ihnen zu erörtern. Ein „Mitbestimmungsrecht“, z.B. bei der Wahl der Unterrichtsinhalte, besteht aber nicht. Bei der Notengebung sind nur Grundsätze offenzulegen.

10. Haben die Eltern ein „Mitbestimmungsrecht“ bei pädagogischen Maßnahmen?

Nein, die Verantwortung für die Gestaltung des Unterrichts liegt generell bei den Lehrkräften. Besonders bei den „Erziehungsaufgaben“ ist es aber wichtig, dass Schule und Elternhaus zusammen und nicht gegeneinander arbeiten. Insofern ist eine Verständigung über pädagogische Maßnahmen notwendig