Gymnasium Ganderkesee

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Neues aus dem Unterricht

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Friedrich Schiller, Schülerinnen der Klasse 9m: Der Handschuh (1797/2009)

 

Vor seinem Löwengarten,
Das Kampfspiel zu erwarten,
Saß König Franz,
Und um ihn die Großen der Krone,
Und rings auf hohem Balkone
Die Damen in schönem Kranz.

Und wie er winkt mit dem Finger,

Karel Rochussen (1824-1894) / Illustration zu Schillers Ballade

Auf tut sich der weite Zwinger,
Und hinein mit bedächtigem Schritt

Ein Löwe tritt,
Und sieht sich stumm
Rings um,
Mit langem Gähnen,
Und schüttelt die Mähnen,
Und streckt die Glieder,
Und legt sich nieder.

Und der König winkt wieder,
Da öffnet sich behend                                                 
Ein zweites Tor,                                                          
Daraus rennt                                                                  

mit wildem Sprunge                                                      
Ein Tiger hervor,
Wie der den Löwen erschaut,
Brüllt er laut,
Schlägt mit dem Schweif
Einen furchtbaren Reif,
Und recket die Zunge,
Und im Kreise scheu
Umgeht er den Leu
Grimmig schnurrend;
Drauf streckt er sich murrend
Zur Seite nieder.

Und der König winkt wieder,
Da speit das doppelt geöffnete Haus
Zwei Leoparden auf einmal aus,
Die stürzen mit mutiger Kampfbegier
Auf das Tigertier,
Das packt sie mit seinen grimmigen Tatzen,
Und der Leu mit Gebrüll
Richtet sich auf, da wird's still,
Und herum im Kreis,
Von Mordsucht heiß,
Lagern die gräulichen Katzen.

Da fällt von des Altans Rand
Ein Handschuh von schöner Hand
Zwischen den Tiger und den Leu'n
Mitten hinein.

Und zu Ritter Delorges spottenderweis
Wendet sich Fräulein Kunigund:
»Herr Ritter, ist Eure Liebe so heiß,
Wie Ihr mir's schwört zu jeder Stund,
Ei, so hebt mir den Handschuh auf.«


 

… soweit die Ballade von Friedrich Schiller.

Und hier das blutrünstige Ende einiger Schülerinnen der Klasse 9m:

 

Der Ritter schritt nun schnell,

doch schien nicht besonders hell.

Denn er sprang hinein zu den Katzen,

die sofort anfingen ihn zu kratzen.

 

Kralli (ein Tiger) sprang mit großen Sätzen,

die Edeldame schrie vor Entsetzen.

Der Ritter wurde schnell zerquetscht,

aus der Rüstung quollen seine Überrest’.

Die Dame, sie fing an zu weinen

und stürzte übers Geländer in ihren Tod hinein.

 

Und die ganzen Gästeleut’,

fragen sich noch immer heut’;

warum ging der Rittersmann,

hinein in seinen Todesgang?!

© Uta, Nele H., Jessica, Marie (9m)

 

Schiller hingegen hatte die folgenden Verse als Ende seiner Ballade vorgesehen:

Und der Ritter in schnellem Lauf
Steigt hinab in den furchtbarn Zwinger
Mit festem Schritte,
Und aus der Ungeheuer Mitte
Nimmt er den Handschuh mit keckem Finger.

Und mit Erstaunen und mit Grauen
Sehen's die Ritter und Edelfrauen,
Und gelassen bringt er den Handschuh zurück.
Da schallt ihm sein Lob aus jedem Munde,
Aber mit zärtlichem Liebesblick -
Er verheißt ihm sein nahes Glück -
Empfängt ihn Fräulein Kunigunde.
Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht:
»Den Dank, Dame, begehr ich nicht«,
Und verlässt sie zur selben Stunde.