Teamtraining am Gymnasium

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Gemeinsam sind sie stark: Die Schüler der Klasse 5a am Gymnasium Ganderkesee sind beim Teamtraining mit Begeisterung bei der Sache. Foto: Dirk HammGanderkeseer Schüler ziehen an einem Strang

von Dirk Hamm

Ganderkesee. Statt um Mathe oder Deutsch hat sich am Montagmorgen in der Klasse 5a am Gymnasium Ganderkesee in der dritten und vierten Stunde alles um den Klassenverband selbst gedreht. Denn es stand ein Teamtraining auf dem Stundenplan.

Unübersehbar war der Enthusiasmus, mit dem die 24 anwesenden der 29 Schüler dieser Klasse die praktischen Übungen mitmachten. Da wurde zum Beispiel aus Seilen in einem lebensgroßen Rahmen eine Art Spinnennetz gewoben – so engmaschig, dass ein Kind geradeso durch eine der Öffnungen hindurchschlüpfen konnte. Und das auch nur dank tatkräftiger Mithilfe der Klassenkameraden. Genau um diese Erkenntnis ging es bei dem Teamtraining, wie Schulsozialpädagoge Björn Knölke erläutert: „Die Schüler sollen lernen, dass sie gemeinsam stark sind. Es geht bei den Übungen darum, dass sie erkennen: ‚Wenn wir einen gemeinschaftlichen Weg finden, schaffen wir das‘.“

Mit jedem Versuch gelingt es besser

Das gelingt naturgemäß im ersten Anlauf noch nicht perfekt, wie sich am Montag zeigte: Beim ersten Versuch gingen die Jungen und Mädchen noch recht ungestüm und unkoordiniert zu Werke. „Anfangs war es richtig laut. Beim zweiten Mal haben wir vorher einen Plan gemacht, wie man durch das Netz hindurchkommen kann, das hat dann gut geklappt“, analysierte Jana Stöver in der anschließenden Feedback-Runde. Die einhellige Meinung der Schüler kristallisierte sich in der Nachbesprechung schnell heraus: Wenn alle zusammenarbeiten und mit einem Plan an die Aufgabe herangehen, ist alles zu schaffen. Einen Beweis dafür hat die Klasse 5a in diesem Schulhalbjahr bereits erbracht, als sie beim Spieletag am Gymnasium den ersten Platz belegte.

Praktische Übungen bringen mehr als Theorie

Klassenlehrerin Katharina Weis verfolgte mit Begeisterung, wie sich ihre Schützlinge beim Teamtraining ins Zeug legten und bei den Übungen mit jedem Versuch bessere Ergebnisse erzielten, etwa auch beim gemeinschaftlichen Bau eines Holztürmchens. „Es ist eher eine unruhige Klasse, mit 19 Jungs und zehn Mädchen. Da entwickelt sich mancher Zwiespalt, und die Schüler schieben sich dann gegenseitig die Schuld zu“, gibt Weis zu bedenken. Mit den praktischen Übungen könne es eher gelingen, die Klassengemeinschaft zu verbessern, als durch reine Theorieeinheiten.

Als nächstes folgt Selbstbehauptungstraining

Laut Björn Knölke sollen die verschiedenen Teamtrainings, die das Präventionskonzept im fünften Jahrgang am Gymnasium Am Steinacker vorsieht, außerdem „ eine Steigerung des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens“ bewirken und die Kommunikations- und Konfliktfähigkeit verbessern. Dazu diene demnächst ein Selbstbehauptungstraining, zu dem eine Karate- und Taekwondomeisterin eingeladen wird. Ein weiterer Baustein für die Verbesserung der Klassengemeinschaft sind die Klassenräte, die seit drei Jahren im kompletten fünften Jahrgang installiert sind.

Quelle: Delmenhorster Kreisblatt (23.05.2016)